Mittwoch, 03 Mai 2017 00:00

Gerade noch rechtzeitig: Waldecker Wolf von Jäger getötet Empfehlung

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Hatte noch die Brille der Großmutter auf: Böser Wolf Hatte noch die Brille der Großmutter auf: Böser Wolf Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK. (wat) Der Wolf, der am 27. April zwischen Dehringhausen und Nieder-Waroldern gesichtet und fotografiert wurde, ist heute von Wildmeister Karl Bock erlegt worden.

Gerade noch rechtzeitig, wie Wildmeister Bock gegenüber dem Waldecker Tagblatt mitteilte. Vorausgegangen war die Suche nach der kleinen Susanne (4) und ihrer Großmutter Elsbett (89) aus Dehringhausen, die seit dem 1. Mai spurlos verschwunden waren. Eine großangelegte Suchaktion der Polizei mit einer Hundertschaft blieb erfolglos. Einzig und allein der erfahrene Wildmeister aus Nieder-Waroldern roch den Braten und legte sich auf die Lauer.

Und tatsächlich, am heutigen Mittwoch kam ihm der kugelrunde Wolf mit seinen großen Augen, seinen großen Ohren und seinem großen Fang am Wegesrand der Bicke entgegen. Der Rüde trug außer einer Brille auch noch das Kopftuch der Großmutter auf dem Schädel, ein Indiz dafür, dass der Wolf sein Schindluder mit Susanne und Elsbett getrieben haben könnte.

Kurzentschlossen entschied sich der Jäger, den Wolf aufs Korn zu nehmen. Ein Schuss aus seiner Büchse traf den Wolf so unglücklich, dass dieser die Wirkung der alten Försterpatrone nicht überlebte. Beim Aufschärfen der Bauchdecke erblickte der Jägersmann auch gleich neben zwei Rehen, einem kleinen Frischling, vier Schafe von Landwirt Wollmann und einem ausgewachsenem Rothirsch (vermutlich gewildert) die Großmutter und die kleine Susanne. "Ich habe die beiden aus dem Bauch des Wolfes gezogen und erstmal gedrückt", erinnert sich Karl Bock an das bewegende Ereignis am Bachlauf der Bicke.

Einen Wehrmutstropfen hat das Ganze allerdings, seinen Waffenschein und den Jagdschein muss der ehemalige Wildmeister nun abgeben, der Wolf hätte nicht geschossen werden dürfen, da er nicht dem deutschen Jagdrecht unterliegt. Von nun an heißt es für den ehemaligen Waidmann "Hahn in Ruh". Schäfer Wollmann hat dem betagten Jäger einen Job als Schafhirte angeboten, zum Dank und als Anerkennung für seine geleisteten Dienste.

Ob nach dieser Tragödie wieder ein Wolf seine Pfoten auf geweihten Waldecker Boden setzen wird, darf bezweifelt werden.

Info: Experten bestätigten: Wolf in Waldeck-Frankenberg fotografiert

Letzte Änderung am Donnerstag, 04 Mai 2017 13:53

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