Donnerstag, 24 November 2016 00:00

Bäume mit Farbe besprüht - Förster aus Rhena festgenommen Empfehlung

geschrieben von  Waldecker Tagblatt
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Mit diesem Foto konnte der Sprayer eindeutig identifiziert werden Mit diesem Foto konnte der Sprayer eindeutig identifiziert werden Foto: Waldecker Tagblatt

DIEMELSEE. Einen 52-jährigen Förster aus Rhena haben Polizeibeamte in den frühen Morgenstunden aus dem Bett geholt und festgenommen.

Den Grund für den morgendlichen Einsatz lieferte der Polizeisprecher der Korbacher Polizeibehörde bei einer Pressekonferenz gleich mit: "Unsere Zielfahnder waren seit Monaten in einem Waldgebiet südlich von Benkhausen tätig, um einen Sprayer dingfest zu machen, der mehrere tausend Bäume mit Signalfarben besprüht hatte", so Volker Herzog gegenüber dem Waldecker Tagblatt. Kommissar "Zufall" kam den Ermittlern zur Hilfe, als der Sprayer von einer Wildkamera bei seiner grausamen Tat fotografiert worden war. Ein Jäger hatte die Aufnahmen aus einer Wildkamera der Polizei übergeben.

Nach ersten Erkenntnissen hatte der 52-Jährige seinen Beruf als Förster ausgenutzt, um in dem Waldgebiet einen möglichst großen Schaden an Fichten, Eichen und Buchen anzurichten. So wird dem Rhenaer Förster vorgeworfen, mit abscheulicher Gleichgültigkeit Striche, Kreise oder gar Buchstaben an Bäume gesprüht zu haben, mit dem Wissen, dass diese in der Folge gefällt werden mussten.

Das zuständige Forstamt in Diemelstadt zeigte sich angesichts der Ergreifung des Täters zufrieden, das der Halunke aber aus den eigenen Reihen kommt, hat den Leiter der Forstbehörde um Jahre altern lassen: "Unser Mitarbeiter war seit Jahren unauffällig, hat nie Fragen gestellt und seine Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erledigt", bestätigte FAL Dr. Martin Groß unserer Redaktion.

Allein im letzten Jahr soll der 52-Jährige ca. 800 Bäume mit Signalfarbe in seinem Revier besprüht haben. Ganze 3000 Festmeter Holz wurden daraufhin eingeschlagen. Nach Angaben der Polizei war der  Förster in einer ersten Vernehmung voll geständig - er bereut die Taten.  In seinem Büro fanden die Ermittler außer Waffen und Munition auch fein säuberlich aufgelistete Dokumente, die Tatzeit, Tatort und Umfang seiner widerlichen Machenschaften darlegten. Rund 300 Spraydosen lagen im Keller des Forsthauses, die Fingerabdrücke auf den leeren Dosen stammen sämtlich von dem Angeklagten. Der Schaden an den Baumkulturen wird auf 100.000 Euro geschätzt.

Das Gerichtsverfahren gegen den Förster wird voraussichtlich im Frühjahr 2017 beginnen. Ob sich der Wald in Diemelsee noch einmal erholt, ist derzeit fraglich, so die stellvertretende FAL Dr. Britta Sommerhoff.

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Letzte Änderung am Sonntag, 27 November 2016 17:35

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