Montag, 07 November 2016 00:00

Aartalstraße weg: Flechtdorfer Ortsvorsteher will Panzertreck Empfehlung

geschrieben von  Waldecker Tagblatt
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Die Ortsdurchfahrt von Flechtdorf bekommt einen Panzertreck Die Ortsdurchfahrt von Flechtdorf bekommt einen Panzertreck Foto: geklaut

DIEMELSEE-FLECHTDORF. Das Drama um die buckelige Aartalstraße in Flechtdorf geht scheinbar in die Endphase.

Nachdem eine Kostensteigerung um 30 % durch den noch amtierenden Bürgermeister Becker in Aussicht gestellt wurde, beziffern sich die geplanten zusätzlichen Ausgaben der Flechtdorfer Ortsdurchfahrt auf schätzungsweise 665.000 Euro. Schuld an dem Dilemma ist neben den Aktivisten der Gemeinde Diemelsee wohl das Planungsbüro Gröticke, das ein neues Bachbett geplant habe - wohl auch deshalb, weil das Bächlein namens Aar bei der Planung übersehen wurde. Zusatzkosten: 26.000 Euro. Auch Leerrohre für 47.000 Euro unter der Fahrbahn sollen nachträglich verlegt werden, obwohl dafür kein Bedarf besteht.

Als Schildbürgerstreich bewerten die Flechtdorfer Bürgerinnen und Bürger die Maßnahme des Gemeindevorstandes: Dieser hatte eigenmächtig beschlossen, die teuersten Angebote anzunehmen, weil die Fördergelder bis zum 30.9.2016 beantragt werden mussten. Das enge Zeitfenster wurde einfach ignoriert. Das ist zwar teurer als wenn keine Fördermittel beantragt worden wären, rundet das Profil der Aktionisten aber ab.

Ein Geländer soll nun auch am Bachbett angebracht werden, das immerhin mit 26.000 Euro zu Buche schlägt, damit niemand aus der Kneipe torkelt und im drei Zentimeter hohen Bachbett ertrinkt. Auch acht Brücken, die dafür sorgen sollen, dass die Anlieger trockenen Fußes  über die Aar zu ihren Wohnhäusern gelangen, sollen zusätzlich 36.000 Euro kosten. Den größten Batzen allerdings müssen die Flechtdorfer für Gehwege und Nebenanlagen bezahlen, die Kosten steigen von 431.000 Euro auf 665.000 Euro. Einen besonderen Grund dafür gibt es laut Bürgermeister Becker nicht, nur soviel: Die Firmen können bei einem so langwierigen Projekt die Pflasterarbeiten schwer, oder überhaupt nicht kalkulieren. Das würde erklären, weshalb andere Mammutprojekte wie der BER in Berlin oder die Elbphilharmonie in Hamburg rund fünfmal so lange dauern und zehnmal so teuer sind wie geplant.

Nun kommt Rat vom Flechtdorfer Ortsvorsteher Walter Rohde. Der ehemalige Stabsfeldwebel ist für seine schnellen Entschlüsse bekannt. "Die Straße bleibt so wie sie ist, und wenn wir die Aartalstraße in Panzertreck umtaufen müssen", so der Gutmütige, der wie auch andere Anlieger, tief in die Tasche hätten greifen müssen. Ganze 10,40 Euro anstatt 6,80 Euro pro Quadratmeter soll der Schildbürgerstreich den Bürger kosten.  Das kann in der Summe für einzelne Anlieger bis zu 80.000 Euro als Eigenanteil bedeuten. 

Wie es nun weitergeht, kann keiner so genau sagen. Die Planungen wurden erstmal auf Eis gelegt. Der gemeine Bürger fragt sich allerdings: Brauchen wir in Zukunft ein Planungsbüro, ein Bauamt, oder gar einen Bürgermeister in Diemelsee - oder sollen zukünftige Projekt mit klarem Menschenverstand beschlossen und umgesetzt werden?

Man darf gespannt sein, denn laut Planungsbüro kann nicht sicher festgestellt werden, ob weitere Kostensteigerungen zu erwarten wären, sollte das Projekt realisiert werden.

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Letzte Änderung am Montag, 07 November 2016 11:59

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