Mittwoch, 24 August 2016 00:00

Grausam: Jäger zäunen Wildschweine ein - Hungertod befürchtet Empfehlung

geschrieben von  Waldecker Tagblatt
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Ein Schwein konnte bereits befreit werden Ein Schwein konnte bereits befreit werden Foto: Waldecker Tagblatt

WALDECK-FRANKENBERG. (wat) Eine Horde von Jägern hat am Diemelsee ein Maisfeld eingezäunt in dem sich Wildschweine befinden.

Tierschützer fordern nun, den Zaun abzubauen und den Tieren ihre Freiheit zurückzugeben. Nach Polizeiangaben haben militante Tierschutzorganisationen bereits mehrfach versucht den Zaun zu durchschneiden, scheiterten allerdings an den starken Stromstößen, die in unregelmäßigen Zeitabständen durch den Zaun gejagt wurden. Der 24-jährige Dettleff Roth von "Tiere in Not" musste bereits mit Herzrhythmusstörungen in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert werden. Dazu der behandelnde Arzt: "Der junge Mann hatte sich über mehrere Stunden ein Gefecht mit den Stromdrähten geliefert, das er leider verloren hat". Derzeit ist seine Mutter Claudia bei dem Aktivisten und wettert gegen die Jägerschaft.

Auch Tierschützerin Ska Fischer ist entsetzt. Dem Waldecker Tagblatt sagte die 65-jährige Studentin, dass die Tiere kurz vor dem Hungertod stehen und fast keine Überlebenschancen haben, falls in den nächsten Stunden die Jägerschaft nicht einlenkt und die armen Geschöpfe aus der Gefangenschaft entlässt. Doch wie sehen das die Jäger? Der Stormbrucher Jäger Hubertus von der Lauke, ein Haudegen, wie er im Buche steht, sieht wenig Handlungsspielraum: "Wir würden den Schweinen gern die Freiheit zurückgeben, allerdings fehlt uns dazu die Ermächtigung, der Zaun gehört dem Landwirt und das Wild ist nach dem Gesetz herrenlos solange es lebt", so der  66-Jährige Stormbrucher, der als guter Schütze und  als Waidmann mit Sachverstand bekannt und überall verehrt wird. Allerdings möchte Hubertus von der Lauke  noch einige Jäger einladen um das Problem konstruktiv direkt am Maisschlag zu besprechen und die Endlösung beizeiten besiegeln. Dazu soll ein Stuhlkreis um das Maisfeld gestellt werden.

Rettung naht hingegen von einer herbeigerufenen Hundemeute aus Heringhausen. Der versierte Jäger mit seinen beiden ausgezeichneten Wachtelhunden und der legendären Mauser 66 ist immer dann zur Stelle, wenn das Wort Wildschwein fällt. "Beim Herangehen an den Maisschlag werden obligatorisch mehrere Schüsse wahllos aus meiner Mauser im Kaliber 8 x 68 in das Maisfeld gefeuert um die Sauen aufzumüden, danach wird der Strom abgestellt und meine beiden Hunde sprengen mit lautem Hals die Saubande, alles was dann noch lebt und nicht freiwillig den Maisschlag verlassen hat, wir ein Opfer meiner selbst", beschreibt der 55-jährige Hundeführer die erprobte Vorgehensweise bei Sauenproblemen. Begleitet wird der Hundeführer von seinen kurzläufigen Freunden Smith und Wesson den Herren Heckler und Koch und seinen schneidigen Gesellen Luca Distler und Florian Pichler.

Mit Hundeführern, die Terrier besitzen, möchte der Wachtelfreund nichts mehr zu tun haben. Die Jagdhunderasse und deren Führer wird wahrscheinlich in Waldeck Frankenberg von der Jagd ausgeschlossen, nachdem es im letzten Jahr zu einer unschönen Situation in Ottlar gekommen war, als sich ein Hundeführer wie ein Tier benommen und sich in einem Wildschwein verbissen hatte, welches von einem Tierarzt eingeschläfert werden musste. Dem Waldecker Tagblatt berichtete der Wachtelmann, dass im Mai dieses Jahres ein Jäger aus Münden einen braven Rehbock erlegt hatte. Als er den Bock Zuhause aufbrechen wollte und sich seine Frau über den Bock beugte um ihn zu begutachten  sei der Jäger ohne Vorwarnung mit irrem Blick an die Behänge der Frau gesprungen und hatte sich darin verbissen. Erst die herbeigerufene Feuerwehr konnte den Mann durch mehrstündiges Würgen bis zur Bewusstlosigkeit von seiner Frau trennen.

Ein Tierarzt aus Korbach bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion, das Besitzer von Terriern in Laufe der Zeit das Verhalten der Vierbeiner übernehmen. "Da kommt es dann schnell mal zu Kurzschlussreaktionen", so der Tierpädagoge.

Das Waldecker Tagblatt berichtete bereits über das Drama im Maisfeld bei Ottlar.

Link: Drama im Maisfeld:  Jäger mit Hund tötet arglose Wildschweine

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Letzte Änderung am Mittwoch, 24 August 2016 09:53

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