Freitag, 22 April 2016 00:00

Islamischer Staat: Keine IS-Kennzeichen im Landkreis Empfehlung

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WALDECK-FRANKENBERG. Nachdem im Kreis Marburg-Biedenkopf die Buchstabenfolge IS auf KFZ-Kennzeichen verboten wurde, müssen auch Fahrzeughalter in Waldeck-Frankenberg um ihre Initialen fürchten.

Noch in der kommenden Woche wird der Landkreis Waldeck-Frankenberg der 75-jährigen Isolde Senfter das geliebte Auto stilllegen. Die Korbacherin hatte sich vor einigen Monaten einen BMW X1 zugelegt und ordentlich bei der Zulassungsstelle im Korbacher Kreishaus angemeldet. Nun droht Ungemach von Behördenseite: "Ich soll meine Nummernschilder abmontieren und diese persönlich zum Kreishaus zur Entwertung bringen", bestätigte die Korbacherin am frühen Morgen dem Waldecker Tagblatt die Hiobsbotschaft aus dem Landratsamt. Als Grund wurde Isolde Senftner die vermutetet Nähe zum islamischen Staat vorgeworfen, in Tateinheit mit unerlaubter Werbung auf Autokennzeichen für eine terroristische Vereinigung. Außerdem wurde festgestellt, dass die Frau in der Iserlohner Straße wohnt, einen Irish Setter besitzt und einen zweiten Ehering trägt, dem innen ein I und ein S eingraviert wurde. Angeblich soll der Ring von ihrem verstorbenen Ehemann sein. Das klingt allerdings sehr unglaubwürdig, wird von Behördenseite geflüstert.

So wie Isolde Senftner geht es weiteren zwei Autobesitzern im Landkreis, die ihre Anfangsbuchstaben auf den Kennzeichen tragen. Der Türke Ismail Sinugglu lebt seit vierzehn Jahren in Deutschland und hatte sich für das Kennzeichen KB-IS 2002 entschieden, auch Israel Silberpfennig führt seine Initialen auf den Kennzeichen WA-IS 999 und ist geschockt über die neue Verordnung, glaubt allerdings nicht daran, das die Behörden das Verbot wirklich ernst meinen. Zumindest was den islamischen Staat betrifft, denn wenn das so wäre, müssten sämtliche Zahlenkombinationen mit 9 und 18 auch verboten werden, weil darin eine terroristische Botschaft versteckt sein könnte, da der 9. Buchstabe im Alphabet ein I darstellt und die Zahl 18 ein S", so der Jude. Doch genau das hat die Zulassungsstelle bereits berücksichtigt. Während die Kreiszugehörigkeit auf den Kennzeichen weiterhin frei wählbar ist, also WA, KB oder FKB - bestehen die Buchstaben vor den Zahlen künftig aus einem R und einem K, die Zahlenkombination wird künftig einheitlich in kontrollierter Reihenfolge aus den Sicherheitsziffern 1958 bestehen.

Ausgedacht hat sich Landrat Dr. Reinhard Kubat die Buchstaben- und Zahlenkombination: "Ich hatte rund 4000 Vorschläge aus dem Kreishaus von meinen Mitarbeitern auf dem Schreibtisch zur Bewertung liegen, habe mich dann aber für meinen eigenen Entwurf entschieden, weil er mir als der Genialste erschien", so der Landrat in einer kurzen Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion. In der Tat ist der im Mai 1958 geborene Landrat für seine innovativen Ideen bekannt.   

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Letzte Änderung am Montag, 25 April 2016 04:59

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