Freitag, 13 Dezember 2013 14:53

Landrat bringt Kind zur Welt - Kreißsaal mit Kreishaus verwechselt Empfehlung

geschrieben von  Seudo Nühm
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Im Kreishaus entbunden (Foto:Pfannstiel) Im Kreishaus entbunden (Foto:Pfannstiel)

KORBACH. Freitag der 13. gilt  für viele als Unglückstag. Das dass nicht immer stimmen muss, zeigt die Geschichte einer jungen Frau aus einem Vöhler Ortstteil...

Große Aufregung herrschte in den frühen Morgenstunden im Kreishaus der Kreis- und Kreiselstadt Korbach, als eine 42-Jährige junge Frau mit eingeschalteter Warnblinklanlage vor das Kreishaus fuhr. Auf dem Beifahrersitz saß ihre 17 Jahre alte, hochschwangere Tochter Chantalle mit stark einsetzenden Wehen.

Was war geschehen?

Die Mutter der hochschwangeren Tochter hatte auf Grund der körperlichen Verfassung gegen 8 Uhr das Krankenhaus in Korbach alarmiert und die Beschwerden der Tochter genannt. Daraufhin sagte man ihr, dass Sie sofort mit der Tochter in den Kreißsaal nach Korbach kommen solle. Die Entbindungsstation würde sämtliche  Vorbereitungen treffen. In ihrer Not steuerte die Mutter allerdings nicht das Krankenhaus und den Kreißsaal, sondern das Kreishaus an.

 

Sofort zum Doktor

Im  Eingangsbereich zum Kreishaus angekommen, riefen die beiden sofort nach dem Doktor. Eine Empfangsdame führte Mutter und Tochter zum Aufzug und kurze Zeit später standen sie dem Landrat Dr. Kubat gegenüber. Dieser erkannte sofort die Situation, ließ seinen Schreibtisch räumen und leitete die Entbindung ein. Seine Anweisungen an die werdende Mutter ( Hecheln, Hecheln ) und sein Personal (Mullbinde, Handschuhe...) waren kurz aber detailliert. Da sich das Kind in Steißlage befand, musste Dr. Kubat das Kind drehen, der Brieföffner diente zum Durchtrennen der Nabelschnur. Nach 16 Minuten auf dem "Entbindungstisch" erblickte ein 23 Pfund schwerer Junge das Licht der Welt. Ein inzwischen eingetroffener Rettungswagen transportierte Mutter und Kind in die nächste Klinik zur weiteren Beobachtung.

 

Verdacht auf Blähungen

Auf Nachfrage von Waldecker-Tagblatt.de bei der  Mutter, wieso man so lange mit der Entbindung gewartet habe, antwortete die 42-Jährige, sie sei von starken Blähungen bei ihrer Tochter ausgegangen. Sie habe ihr auch ordentlich Abführmittel verabreicht, aber alles habe irgendwie nicht geholfen. Dass ihre Tochter  schwanger gewesen sei, habe sie nicht gewusst. "Da denkt doch jeder zum Schluss dran" so die 42-Jährige.

 

Landrat wie in Trance

Der Landrat zeigte sich sichtlich gerührt. "Ich habe von all dem bewusst nichts mitbekommen, habe anscheinend wie in Trance die Entbindung durchgeführt - jetzt bin ich froh, dass wir gemeinsam einen neuen Mitbürger in unser Waldecker Land geholt haben. Ich würde mich freuen, wenn der Junge Reinhard genannt wird."

Letzte Änderung am Dienstag, 11 Februar 2014 12:00

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